Betriebliches Eingliederungsmanagement

Betriebliches Eingliederungsmanagement: aktuellen und zukünftigen Herausforderungen psychisch bedingter Langzeiterkrankungen begegnen

Betriebliches Eingliederungsmanagement: aktuellen und zukünftigen Herausforderungen psychisch bedingter Langzeiterkrankungen begegnen

ZIELGRUPPE

  • Personaler
  • BEM-Beauftragte
  • Betriebsrats- und Personalratsmitglieder
  • BGM Beauftragte
  • Inhaber kleinerer Unternehmen mit eigener Personalverantwortlichkeit

 

Die stete Zunahme psychisch bedingter Langzeiterkrankungen stellt das BEM hinsichtlich seiner Kernziele vor neue Herausforderungen. Diese erwachsen aus der Natur psychischer Erkrankungen selbst sowie aus einer Fülle nur bedingt beeinflussbarer externer und interner Faktoren. Soll also mehr sichergestellt werden als rein gesetzestreues Verhalten, braucht es eine Neuqualifizierung der BEM-Arbeit auf verschiedenen Ebenen.

Die Seminarteilnehmer werden anhand von Praxisbeispielen und aktuellen Positionspapieren relevanter Akteure die neuen Erfordernisse des BEM kennenlernen und ermutigt, sich den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen ihrer Arbeit anzunehmen. Zudem ist Raum für Erfahrungsaustausch.

 

ZIELE

  • Anregungen, wie im BEM insbesondere bei psychisch bedingten Langzeiterkrankungen die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Gestaltungsräume auf die spezifischen Unternehmensbelange heruntergebrochen und zu einem konsensorientierten Lösungsansatz geführt werden können
  • Impulse zur Verbesserung der BEM-Kommunikation, der BEM-Wahrnehmung und zur Erhöhung der Akzeptanz – insbesondere bei psychisch bedingten Langzeiterkrankungen
  • Bewusstsein schaffen, wie insbesondere bei psychisch bedingten Langzeiterkrankungen BEM-Aktivitäten mit Arbeitsschutz, BGF und BGM zu verknüpfen sind und andere Akteure der unternehmensinternen und –externen Gesundheitspolitik wirkungsverstärkend eingebunden werden können
  • Erfahrungen austauschen, die eigenen Ansätze prüfen und optimieren – dabei die eigene mentale Herangehensweise um kreativitätsfördernde, neurophysiologisch sinnvolle Werkzeuge erweiternd

 

INHALTE

Psychisch bedingte Langzeiterkrankungen erfordern vom BEM-Beauftragten ein fundiertes Basiswissen zu den Besonderheiten psychischer Gesundheit, das nicht delegierbar ist – weder an einen Arbeitsmediziner noch an ein begleitend beratendes Integrationsamt oder an Externe. Die Seminarteilnehmer werden unter dieser Prämisse mit folgenden Erfolgsfaktoren vertraut gemacht:

Faktor geschulte Wahrnehmung
Der Erfolg der BEM-Kommunikation wird schon in der Phase von Kontaktaufnahme oder Erstgespräch dadurch beeinflusst, wie und was Führungskräfte und BEM-Beauftragte wahrnehmen und wie professionell das Wahrgenommene interpretiert wird. Idealerweise fühlt sich der Gesprächspartner „gesehen“ und in seinem Anliegen verstanden. Dabei macht es einen wesentlichen Unterschied, ob es sich um eine Wiedereingliederung nach Belastungsstörung, nach psycho-vegetativer Erschöpfung, nach einem schweren Depressionsschub oder um eine kardiologische Erkrankung handelt, bei der sich auch psychische Belastungen somatisiert haben – auch und erst recht dann, wenn Diagnose und Art der Erkrankung im BEM-Gespräch nicht unmittelbar thematisiert werden.

Praxistipp è Verknüpfung BEM mit Führungskräfte Arbeit „Gesund Führen“.

Faktor Identifikation ursächlicher psychischer Gefährdungen im Arbeitskontext
Um die vom Gesetzgeber intendierten Ziele des BEM-Verfahrens zu erreichen, muss geprüft werden, ob psychische Gefährdungen im Arbeitskontext ursächlich an der Erkrankung beteiligt waren. Auch bei Vorliegen einer qualitativ hochwertigen Gefährdungsbeurteilung braucht es dazu eine Professionalisierung des BEM-Beauftragten. 

Praxistipp è Verknüpfung BEM mit BGM und Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

Faktor externe Einflussfaktoren
Unser medizinisches Versorgungssystem bietet psychisch Erkrankten sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen, die auch bei gleicher Diagnose und formal bescheinigter Arbeitsbewältigungsfähigkeit den BEM-Start beeinflussen. Hilfreich ist es zudem, wenn der BEM-Beauftragte die Eigeninteressen der am Prozess beteiligten Akteure (GKV, BFA, Jobcenter, Integrationsamt …) einzuschätzen und mit den Interessen des betroffenen Arbeitnehmers und den Erwartungen des Unternehmens abzugleichen weiß.

Praxistipp è Verknüpfung BEM mit BGM und externem Netzwerk

Faktor wirksame Maßnahmen
Zu den besonders bevorzugten Maßnahmen im BEM gehören nach einer Studie des BMAS die stufenweise Wiedereingliederung (Hamburger Modell), die Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz, die leidensgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes, die Verringerung der Arbeitszeit, die Anpassung der Arbeitsaufgaben sowie die Reduzierung der Arbeitsbelastung. Es ist eine besondere Herausforderung, den Wirkungsgrad solcher Maßnahmen in Bezug auf psychisch bedingte Langzeiterkrankungen realistisch abzuschätzen oder andere zielführende Maßnahmen zu erwägen.

Praxistipp è Verknüpfung BEM mit BGM, Führungskräfte Arbeit „Gesund Führen“, internen Akteuren, wie Betriebsarzt, Arbeitsschutzbeauftragten und anderen sowie internen, wie auch externen Ansprechpartnern für Sozialberatung, EAP, externes Netzwerk.

Faktor interne Einflussfaktoren
Der Erfolg des BEM-Prozesses nach psychisch bedingten Langzeiterkrankungen wird maßgeblich von einem ganzen Bündel interner Einflussfaktoren mitgeprägt. Dazu gehören die Qualität der Kontaktaufnahme und des Erstgesprächs: nach einer psychischen Erkrankung fehlt es an Selbstwirksamkeit, Durchsetzungs- und Gestaltungskraft, tritt vielleicht schneller Entmutigung ein, sind möglicherweise Kontaktängste besonders ausgeprägt. Die ersten BEM-Schritte werden geprägt vom Rückkehrklima (unmittelbare Führungskräfte und Kollegen): wieviel Offenheit gibt es, wie stark sind Berührungsängste oder Vorbehalte. Zum Erfolg beitragen können Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung: z. B. Resilienz-Seminare, EAP-Programme. Oder auch geförderte Einzelmaßnahmen wie arbeitsplatzbezogenes Coaching, das als Jobcoaching in Abstimmung mit dem Integrationsamt finanziell gefördert werden kann. Letztendlich leistet aber auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement insgesamt einen Beitrag dazu, wie gut das Unternehmen auf das Thema psychische Gesundheit eingestellt ist. Diese Prozesse zu kennen, daran BEM-spezifisch teilzuhaben und gut zu interagieren, beeinflusst die Ressourcen des BEM-Beauftragten sowohl in Richtung Entlastung als auch weiterer Beanspruchung.

Praxistipp è Verknüpfung BEM mit BGM, Führungskräfte Arbeit „Gesund Führen“, internen Akteuren, wie Betriebsarzt, Arbeitsschutzbeauftragten und anderen sowie internen, wie auch externen Ansprechpartnern für Sozialberatung, EAP, externes Netzwerk.


Diese aus der Besonderheit psychischer Langzeiterkrankungen resultierenden Erfolgsfaktoren werden mit den rechtlichen Standards im BEM und themenspezifisch aktuellen Positionspapieren abgeglichen.

 

REFERENT - Dr. phil. Bernd Werner

 

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